• Carpenter Street / Carpenter Street 3x11 - 2,8 / 10

    Plot:
    Archer erfährt von Daniels, dass Xindi im 21 Jhdt gelandet sind, um die Menschheit mit einer biologischen Waffe zu vernichten. T’pol und er machen sich daher mit Hilfe von Daniels auf, um die Xindi aufzuhalten. Währenddessen entführt Loomis, ein Kleinganove, Personen jeder Blutgruppe für die Xindi, die wiederrum die gewonnenen Daten einsetzen, um ihre Waffen zu komplettieren. Archer und T’Pol gelingt es, Loomis, und damit auch die Xindi, ausfindig zu machen. Nach einigen Komplikationen jedoch gelingt es den beiden die Xindi zu stoppen. Während sie nun in ihre Zeit zurückkehren, wird Loomis jedoch von Polizisten für seine Verbrechen verhaftet.

    Review:
    Zeitreisen der Crew sind ja immer etwas besonderes, vor allem dann wenn es sich um unsere Zeit handelt; TOS hatte das sogar gleich zweimal (mit Star Trek IV dreimal). Doch dieser Episode fehlte der Charme; nicht nur das die ansonsten amüsanten Situationen, die bei solchen Zeitreisen entstehen, eher mau waren; auch die Story, die Ausführung und der Flair der Episode, ließen zu wünschen übrig.

    T’Pol als „böser Cop“ und Archer als noch viel böserer, beispielsweise. Zur Verteidigung Archers sei gesagt, dass er wenigstens seiner cholerischen Linie treu bleibt - aber selbst bei der Szene, als er Loomis verhört, wirkt er wie eine billige Kopie eines Kriminalbeamten, aus einer x-beliebigen Krimiserie. Auf der anderen Seite gibt es eigentlich wenig auszusetzen: An sich war Loomis ein opportunistischer Kleinganove; und der Schauspieler spielte diese Rolle auch gut. Es ist kein Charakter mit Tiefgang, er ist eben nur ein einfacher Krimineller und das ist, obwohl sicherlich richtig dargestellt, störend und zuweilen langweilig, weil seine nächsten Schritte berechenbar sind. Also ein Plus und Minus in einem

    Mein wirkliches Ärgernis waren aber nicht, wie man vermuten möchte, die Charaktere, sondern (wieder einmal) die Handlungslogik.

    1. Warum brauchen die Xindi denn unbedingt die Daten bzw. die Blutproben der einzelnen Leute, wenn man umfassende Daten bereits in ENT: „Rajin“ gewonnen hat? Da schickt man extra eine Spionin auf das Schiff um alles über die Menschen herauszufinden, und diese Xindi müssen erst diese Daten sammeln? (Natürlich könnte man damit argumentieren, dass diese Leute bereits vor „Rajin“ in die Vergangenheit der Erde gereist sind, aber das ist nur Spekulation)
    2. Daniels selbst: Die Erklärung warum er nicht eingreifen darf, war bestenfalls schwammig. Er kann mit Archer reden, aber selbst nicht im 21 Jhdt eingreifen? (Ist die Bürokratie so schlimm im 30 Jahrhundert, das sie Rettungen der Zeitlinie verhindert?)
    3. Das ist allerdings ein Fehler von manchen Zeitreisefolgen, in denen man etwas zu verhindern versucht. Schon in „Generations“ gab es diesen Fehler, auch hier wurde er gemacht: Warum muss man die Leute in den Zeitabschnitt schicken, in dem die Katastrophe schon fast passiert ist? Warum schickt man sie praktisch nicht den Xindi hinterher, um sie gleich nach der Zeitreise abzufangen?
    4. Archer und T’pol stehlen Autos und „borgen“ sich Geld vom Automaten: Allein diese Szene hat einen Seltenheitswert; ich meine nicht einfach deswegen weil es in einer anderen Zeit stattfindet, sondern weil die Methoden befremdlich wirken. Sicherlich; man ist auf einer wichtigen Mission; aber diese Szenerie hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

    Randnotizen: (nicht unbedingt für die Wertung ausschlaggebend)

    • -) Genreabgleitung: Kommt es mir nur so vor oder versucht Enterprise mit allen Mitteln andere Genre auf Teufel-komm-raus mit Sci-Fi zu verbinden? North Star als Western; Carpenter Street als Krimi? Das gab es schon in anderen Star Trek Serien auch, ich bin nur verwundert, dass es mir hier so offensichtlich wirkt.
    • -) Terroristen: Es ist mir nicht entgangen wie, und im welchen Zusammenhang der Term „Terroristen“ eingesetzt worden ist. Star Trek soll ja unsere Zukunft darstellen, und gehen wir davon aus, dass die Geschehnisse des 11. September 2001 ebenfalls in die Timeline von Star Trek aufgenommen worden sind, so ist es wenig verwunderlich, das Loomis ständig wiederholt, das er mit Terroristen nicht zusammengearbeitet hätte…ich bin absolut sicher, das die Wortwahl für Loomis mit Absicht vom Drehbuchschreiber so gewählt worden ist.
    • +) Dunkelheit: Die Episode ist vorwiegend extrem dunkel; allerdings nicht nur aufgrund der Tageszeit sondern auch wegen diverser Vorkommnisse. Gemeint ist damit etwa, die Brutalität Archers beim Verhör oder auch das Auftauchen von Prostituierten in dieser Folge. Auch die Kameraführung wirkte gehetzt und differenziert von den restlichen Episoden; wäre die Handlung und die Charakterdarstellung nicht so fad gewesen, hätte man durchaus eine bedrückende Episode daraus machen können.

    SFX und Soundtrack:
    Beides ist hier kürzer getreten. Dennoch fielen mir einige Musikstücke auf, die ziemlich gut in das Ambivalente der Folge passten.
    2,8 / 10
  • Kalender

    September   2018
    So Mo Di Mi Do Fr Sa
    1
    2 3 4 5 6 7 8
    9 10 11 12 13 14 15
    16 17 18 19 20 21 22
    23 24 25 26 27 28 29
    30