• Dämmerung / Twilight 3x08 - 7,8 / 10

    Plot:
    Eine Anomalie trifft das Schiff. Archer kann T'pol gerade noch aus dem Weg ziehen und wird selber von der Anomalie getroffen. Dabei wird er von Parasiten befallen, die ihm das Langzeitgedächtnis rauben. Er ist nur noch in der Lage sich an Dinge vor seinem Unfall zu erinnern, auch sein Kurzzeitgedächtnis ist nicht betroffen. T'Pol muss daraufhin das Kommando über die Xindi Mission übernehmen.

    12 Jahre später: Archer erwacht und erfährt das die Erde von den Xindi zerstört worden, und die Menschheit so gut wie ausgerottet ist. Die Enterprise ist eines der letzten Schiffe, die die Kolonie der Überlebenden bewachen.

    Als Phlox eine neue Behandlung versucht, stellt man fest, dass die Parasiten zeitrückwirkend zerstört werden, d.h. das sie praktisch nie existieren werden. Damit eröffnet sich die Möglichkeit die Zeitlinie zu verändern. Da wird die Enterprise angegriffen, doch gerade noch vor der Zerstörung gelingt es die Behandlung abzuschließen. Die Zeitlinie wird verändert und Archer wurde nie von den Parasiten befallen.

    Review:
    Twilight (übersetzt Dämmerung oder Zwielicht) - das strahlende Highlight? Nun soweit würde ich nicht gehen wollen, aber es war auf jeden Fall eine sehenswerte Episode, trotz (oder gerade deswegen) weil man sich des Szenarios der alternativen Zeitlinie bedient, etwas das bis jetzt niemals eine schlechte Wahl war: Ob TNG: Future Imperfect / Gedächtnisverlust; All Good Things / Gestern, Heute, Morgen; DS9: Visionary / Der Visionär; The Visitor / Der Besuch; VOY: Timeless / Temporale Paradoxie oder einer der beliebtesten Voyager Folgen: The year of hell / Ein Jahr Hölle (auch Endgame / Endspiel würde in diese Kategorie fallen); sie alle behandeln einmal das Thema der alternativen Zukunft. (und es gibt natürlich noch einige andere) Ich habe öfters gesagt, dass ich nicht unbedingt ein Fan von Recycling bin. Auch hier schleicht sich bei mir das Gefühl ein, dass es einfach nichts mehr Neues ist. Streng genommen ist es sogar nur eine kleine Abweichung der oben genannten Folgen. Man KÖNNTE sogar soweit gehen zu behaupten, dass die Folge nur deswegen so gut war, weil sie die anderen so gut kopiert hat.

    Vielleicht ist es aber auch nur das Szenario selbst das dafür verantwortlich ist - wenn man die Zukunft in einer Serie zeigt, gelten zwei Grundregeln:

    1. muss sie geändert werden, sonst wüsste man ja den Ausgang der Mission der Enterprise
    2. Es muss natürlich eine schlechte Zukunft sein, sonst müsste sie ja nicht geändert werden Damit sind ja schon die Weichen für eine dramatische Episode gestellt .Nebenher darf natürlich sämtliches passieren was ansonsten natürlich nicht der Fall wäre: Hauptcharaktere sterben, alles ist verloren, (oder eine Premiere in Star Trek: eine explodierende Erde) und am Ende wird alles wieder zurückgesetzt.

    Solche Episoden lassen meist wie gesagt durch das Szenario eine gute Dramatik entstehen, doch ein gewisses Maß an Mithilfe seitens der Schauspieler muss schon gegeben sein. Und hier war ich überrascht: Bakula spielte seine Rolle relativ gut. Es war fast schon etwas traurig als Archer voller Enthusiasmus etwas vorschlägt, um dann erklärt zu bekommen, das er diese Idee schon vor ein paar Wochen hatte. Auch Blalock war ansehnlich (das ist doppelt gemeint, die zukünftige Version sieht wesentlich besser aus ) vor allem dadurch das sie nicht ihre vulkanische Erziehung beibehielt sondern auch Emotionen durchscheinen ließ. Unter anderen Umständen mag das vielleicht ein Sakrileg sein, aber man muss sich auch vor Augen führen wie es ist, jemanden zu pflegen, der sich an nicht daran erinnern kann, was am Vortag passiert ist, und ihm noch dazu jeden Tag aufs neue dieselbe Geschichte wieder und wieder erzählen muss.

    Die Handlung war durch das bekannte Szenario wie gesagt nicht besonders neu, allerdings solide geschrieben und natürlich von der Zerstörung der Erde, respektive der Menschheit überschattet. Alle Charaktere verhielten sich der Situation entsprechend; vor allem Trip war ein bitterer Mann geworden, wie man unschwer am Verhör des Yridianers erkennen konnte. Alle Mitglieder spielten eine, von aller Hoffnung verlassene Crew, mit Ausnahme Maywheathers, der als erster der Hauptcharaktere sterben durfte; diese Szene erinnerte mich irgendwie an einen serieninternen Witz: Maywheather hatte in den letzten Folgen so gut wie keinen Text - daher kann sein Tod auch am ehesten verschmerzt werden, oder nicht?

    Einziger wirklicher Negativpunkt ist Soval. Er redet von irregulärem Verhalten, und ist selbst in seiner Argumentation nicht besser…..und wieder fährt er dieselbe Schiene. Warum musste man die Szene mit ihm überhaupt einbauen?

    Zum Storyteil: Die Kontinuität der Folge selbst war ausgezeichnet. Man vergaß nicht auf bereits etablierte Orte, Charaktere und Rassen.

    Randnotizen:
    Positives:

    • Vega Kolonie (zum ersten Mal im TOS Pilot: The Cage / Der Käfig genannt! Außerdem wurde laut eigener Aussage, auf dem Weg dorthin Maywheather geboren)
    • Alpha Centauri; obwohl Blalock es Centuri aussprach. (Für Insider; Es ist offensichtlich damit nun eine menschliche Kolonie und keine Außerirdische Welt)
    • Ceti Alpha V: Der Planet der von den Flüchtlingen bewohnt wird, ist der Planet, auf dem Kirk Khan später aussetzten wird. Nach der Explosion des sechsten Planeten wird er sich in einen Wüstenplaneten verwandeln. (TOS: Space Seed / Der Schlafende Tiger bzw. Star Trek II: Der Zorn des Khan.)
    • Shran der Andorianer aus vorherigen Enterprise Episoden, rüstet der Enterprise mit neuer Schildtechnologie aus. Ist der Schild eine Erfindung der Andorianer? (da würden sich ausgezeichnete Möglichkeiten ergeben)
    • Die Yridianer sind schon bekannt; das stellt aber keinen Bruch mit der Star Trek Geschichte dar.
    • Die aus 'The Expanse' bekannte Intrepid, wird in dieser Zeitlinie einmal von Reed kommandiert werden - er löst damit Ramirez ab.

    Negatives:

    • Die Xindi schickten ihre Schiffe um die Enterprise zu attackieren, weil sie schon nahe dran waren, die Waffe aufzuspüren. Die Enterprise ist nach dem Stunt mit den zusammenstoßenden Schiffen, nicht mehr in der Lage mehr als Warp 1.7 zu erreichen. Laut Aussage von Tucker benötigen sie mindestens 6 Monate zur Reparatur. Daran selbst ist noch nichts verkehrt. Aber wie hat es dann die Enterprise geschafft, in kurzer Zeit zur Anlage zu fliegen wo die Waffe hergestellt wird und dann auch noch die Erde anzufliegen um sie gerade noch einmal zu sehen, bevor sie in die Luft fliegt?

    +/-) Die Schiffe: Wir bekommen einiges an neuen Schiffen zu sehen. Die Intrepid erinnert mich etwas zu stark an die Nova Klasse aus dem 24 Jhdt, ich bin wirklich nicht begeistert von dem Design. Etwas besser ist dagegen das zweite Sternenflottendesign, das dem Schiff am Schluss des Intros ähnelt. Es hat etwas von einem alten Spaceshuttle und passt definitiv besser in die Zeit.

    Bei den außerirdischen Schiffen, gefiel mir das neue Xindi-Schiff sehr gut; ich finde es interessant, dass die Spezies sich auch in den Schiffen unterscheidet. Die restlichen Schiffe waren meistens nicht so gut zu sehen, daher lassen sie sich nicht kritisieren. Das Yridianische Schiff war zwar ganz nett, aber erinnerte mich ein kleinwenig, an einen Frachter den man verkleinert, und Flügel verpasst hat.

    SFX und Soundtrack:
    Irgendwie ging der Soundtrack diesmal unter, das sollte eigentlich nicht passieren. Gerade bei dieser Folge wäre ein guter Soundtrack von Nöten gewesen.

    Die Spezialeffekte erreichten eine hohe Qualität; ich wüsste gar nicht was ich zuerst loben sollte; speziell die Explosion der Erde ließ mich nach meinem Unterkiefer suchen. Die Kampfsequenzen waren durch die dynamische Kameraführung ein Augengenuss. Besonders dramatisch in Szene gesetzt, und damit dem Ton der Folge zuträglich, war der Angriff auf die Brücke, bei dem die dort anwesende Crew in das All geblasen wurde. Selten war eine Szene in Star Trek so markerschütternd.

    Wertung:
    Mit dieser Episode hat Enterprise den Warpantrieb, Verzeihung, das Rad nicht neu erfunden. Aber es ist auch eine Wohltat zu sehen, dass man immer noch in der Lage ist, ein bereits benutztes Szenario durch diverse Dinge wie gutes Schauspiel, Effekte und Zugeständnisse an die Kontinuität neu zu erzählen. Man sollte Enterprise zwar nicht auf genutzte Szenarios aufbauen - wenn allerdings die Geschichte gut gebracht wurde, und das ist passiert, bin ich bereit darüber hinwegzusehen, zumindest bis zu einem gewissen Grad.
    7,8 / 10
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