• Impulsiv / Impulse 3x05 - 6,7 / 10

    Plot:
    Die Enterprise empfängt einen Notruf von einem vulkanischen Schiff, das sich in einem Asteroidenfeld befindet. Während Archer, Reed, T'Pol und ein MACO aufbrechen um herauszufinden was passiert ist, versuchen Trip und Travis das dringend benötigte Trillium-D von einem Asteroiden abzubauen. Zuerst wird versucht ein Transporter einzusetzen, der allerdings durch eine Anomalie außer Funktion gesetzt wird. Travis und Trip nehmen daraufhin ein Shuttle und versuchen es vor Ort direkt auf einem Asteroiden abzubauen. Durch eine weitere Anomalie müssen sie aber ihr Vorgehen abbrechen und zum Schiff zurückkehren.

    Auf dem vulkanischen Schiff wird das Außenteam von den Vulkaniern, die offensichtlich den Verstand verloren haben, angegriffen und vom Fluchtweg vom Shuttle abgeschnitten. Doch nicht nur die Besatzung des Schiffes macht dem Team Sorgen, auch T'Pol scheint sich mehr und mehr in ihrem Verhalten zu ändern. Durch das Kurzschließen der Systeme an Bord gelingt es Archer und seinem Team, dass Shuttle zu erreichen und zu entkommen, während das Schiff durch den Kurzschluss zerstört wird. Es stellt sich heraus dass das Trillium-D ein Nerventoxin für Vulkanier ist, doch T'Pol hat Glück und kann wieder geheilt werden - doch Trillium-D bleibt auch weiterhin für sie gefährlich.

    Review:
    Zuerst muss ich natürlich sagen, dass ich anfangs nicht allzu begeistert war: Vulkanische Zombies? Das kann doch niemandes Ernst sein! Nachdem ich nun die Folge gesehen habe, finde ich dass es lange nicht so schlimm war, wie ich befürchtet hatte. Im Gegenteil, „Impulse“ war eine durchaus ansprechende Episode.
    Eines ist der Episode auf jeden Fall sicher: Ich glaube sie hat den kürzesten Vorspann der gesamten Star Trek Geschichte; doch um eine alte Phrase zu bemühen: In der Kürze liegt die Würze: Allein die Dramatik um T'Pol war gut eingefangen, was nicht zuletzt an der Kameraführung gelegen hat, die diesmal außerordentliches Lob für die gesamte Episode verdient.

    Die Vulkanischen „Zombies“, die ja eigentlich keine waren, hatten einen starken B-Movie Charme. Für die Handlung notwendig, nichtsdestotrotz ein wenig billig. Wie wir später erfahren, ist Trillium-D dafür verantwortlich, da es den Vulkaniern nicht mehr erlaubt, ihre Emotionen zu unterdrücken. Hier ist ein Knackpunkt, da das Freiwerden der Emotionen nicht unbedingt Wahnsinn mit einschließt. Oder doch? Und wenn ja, so war es doch verblüffend das die Vulkanier immer noch intelligent genug waren, das Außenteam davon abzuhalten, den Shuttle zu erreichen; indem sie Kontrollen betätigten und Schaltkreise kurzschlossen. Verwunderlich war auch, dass sie kein einziges Wort über die Lippen brachten. [Was soll man anderes von Zombies erwarten ]

    Da ich noch im aufzählen der negativen Punkte bin: Ein Asteroidenfeld das sich so stark bewegt, hat das Schiff noch nicht zerstört? Gut wir wissen nicht wie lange das Schiff im Asteroidenfeld war. Es hat Schäden davongetragen, aber es ist schon erstaunlich wie es unter all den treibenden Asteroiden noch so lange bestehen kann.

    Was für die Folge spricht ist, dass der Plot schnell und zügig und eigentlich nie wirklich fad war, außerdem er war relativ logisch aufgebaut. Nicht nur das die Produzenten endlich erkannt haben, das es einen Transporter gibt, nein, sie setzen ihn auch für die Episode schachmatt und schneiden so einen Fluchtweg ab. Dasselbe gilt dann auch für den zweiten Shuttle der durch die Mission von Travis und Trip zu stark beschädigt war und damit auch ausfiel.

    Der Nebenplot war ein gutes Gegengewicht zu der ansonsten 'gruseligen' Story. Es ist übrigens schon interessant, das Trillium-D praktisch episodenübergreifend gesucht wird. Während man bei den anderen Serien, vor allem aber bei Voyager mit Materialen und Substanzen arbeitet, die später nie wieder vorkommen (mit Ausnahme bekannter wie u.a Duranium oder Trilithium) wird es hier nicht nur verwendet um den Plot (bzw. mehrere Plots) aufzufüllen: Es entsteht durch das Trillium-D nämlich auch noch eine verzwickte Situation, weil T'Pol Schäden dadurch davontragen kann. Ganz zu schweigen davon, dass es natürlich, wie ich es im Review zu Rajin festgestellt habe, es ausnahmsweise sehr schwer für einen Star Trek Techniker ist, Trillium-D zu gewinnen.

    Ein Detail an der Episode ist aber dann doch verwunderlich; warum bleibt man nicht beim Asteroidenfeld und baut es nicht ab? Stattdessen bleibt man bei den paar Kilo die man aus dem Asteroidenfeld erbeutet hat und zieht weiter?

    Die Krankheit T'pol' s hat mich nicht so sehr beeindruckt, dennoch erlaubte er einige Einblicke, wie zum Beispiel das Gespräch mit dem MACO. Es war erstaunlich, wenn auch glaubwürdig von den Produzenten verkauft, das manche Menschen eigentlich wenig über die Vulkanier wissen. So herrscht in dieser Zeit offenbar immer noch der Glaube, Vulkanier besitzen keine Emotionen. Ich finde es ganz wichtig hinzuweisen, dass solche Fehleinschätzungen in dieser Zeit existieren.

    Es war auch faszinierend zu sehen, das T'pol vielleicht im Innersten gar nicht so zu Archer steht, wie es vielleicht den Eindruck hat - vielleicht arbeitet man das noch in den nächsten Episoden auf, vielleicht war es aber nur der Krankheit selbst zuzuschreiben, man wird sehen.

    Zwiespältig war der Schluss: Zum einen wäre da die Zerstörung des vulkanischen Schiffes. Laut Phlox waren die Vulkanier irreversibel geschädigt und sie waren am Sterben. Aber es hinterlässt doch einen schalen Nachgeschmack, das durch die Flucht des Außenteams (sie schlossen ja ein System kurz) das Schiff in die Luft flog. Auf der anderen Seite, wie es Archer auch gesagt hat: Hätten sie eine andere Wahl gehabt? Ich finde dass die Entscheidung etwas zu schnell von der Hand gegangen ist.

    Zum anderen war da die Albtraum Sequenz von T'Pol. Selten war ich so begeistert wie von der Aufmachung dieser Endsequenz. Wer wäre schon auf die Idee gekommen, uns einen Einblick in T'Pol's Fieberwahn machen zu lassen? Im Angesicht dessen, das es eine „Gruselepisode“ war, war das mit Abstand die beste Szene der Folge.

    SFX und Soundtrack:
    Die Episode sollte Dramatik ausstrahlen; und die Effekte halfen wie für Enterprise inzwischen üblich, dieses Ziel auch gut zu erreichen. Der unlogischste Effekt (die bewegenden Asteroiden die das vulkanische Schiff nicht zerstören) war zugleich einer der beeindruckendsten. Der Anflug der Enterprise auf das Feld war ungewöhnlicherweise in der Vogelperspektive zu sehen; wohl auch um die kleine Enterprise im Gegensatz zu den großen Asteroiden deutlicher zu zeigen und deren 'Gefährlichkeit' deutlicher rauszustreichen.

    Der Flug des Shuttles durch das Asteroidenfeld war allererste Güte, selbst mit Filmen wie Star Wars: Episode II, konnten diese Szenen mithalten.

    Manche Effekte waren hingegen lächerlich: Als das Team durch die Gänge wandert, fällt einmal ein Teil der Decke in kleinen Teilen runter. [Schlecht verputzt? Merke; lasse nie Malerarbeiten schwarz erledigen ] Die Schauspieler kümmern sich darum nur nicht - das kommt davon wenn man so etwas später einfügt, und den Schauspielern nicht sagt, dass jetzt eigentlich ein Teil der Wand herunterrieselt.

    Etwas schrecklich fand ich auch dieses nervende Geblinke der Lichtorgeln. Man muss nicht alles aus den B-Movies übernehmen.

    Wie ich oben schon geschrieben habe, war die Kameraführung ebenfalls ein großes Plus. Es ist eben etwas anderes, wenn die Kamera 'direkt' im Geschehen dabei ist, anstatt ruhig die Szenerie zu beobachten. Es sei denn man will Effekte damit erzielen, wie es beispielsweise am Schluss geschehen ist, als T'Pol den Turbolift betritt.

    Beide Daumen nach oben dafür.

    Der Soundtrack hat mich schmunzeln lassen. Ich wette dass das Thema mit den Streichinstrumenten, das kurz eingespielt wurde, garantiert aus einem alten Horrorstreifen gestohlen worden ist. Das war nicht gerade für die Spannung förderlich J . Ansonsten war das üblich hohe Niveau vorhanden.

    Wertung:
    Die Episode hatte ganz klar die Dramatik für sich gebucht. Die Handlung war flott, vielleicht nicht ganz so tiefsinnig, aber unterhaltsam und eigentlich recht logisch aufgebaut. Störend war dann aber doch der B-Movie Charakter („The undead Vulcans from Space“) der Episode, obwohl die Dramatik und die Atmosphäre wieder einiges wett machen.
    6,7 / 10
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