• Die Anomalie / Anomaly 3x02 - 5,5 / 10

    Plot:
    Die Enterprise begegnet immer mehr Raumanomalien die auf dem Schiff für Verwirrung und Schäden sorgen - unter anderem fällt auch der Warpantrieb aus. Da begegnet man einem Schiff das halb zerstört im Weltraum treibt. Nach einer Untersuchung des Vorfalles stellt man fest dass es angegriffen worden ist - als plötzlich das verantwortliche Schiff auftaucht.

    Ein Stosstrupp beamt auf die Enterprise und stiehlt in einer Blitzaktion Vorräte, doch einer der Piraten wird von Trip KO geschlagen.

    Als man den Angreifern, die inzwischen als Ossarianer bekannt sind, folgt, trifft man auf ein Tarnfeld die eine Sphäre gigantischen Ausmaßes verdeckt, das den Piraten als Lager dient. Dort findet Maywheather auch eine Datenbank, die darauf hinweist das die Piraten auch ein Xindi Schiff angegriffen haben. Archer gelingt es mit rüden Methoden den Gefangen Ossarianer dazu zu bewegen ihm zu helfen, die Daten die seine Leute über die Xindi gesammelt haben, auf die Enterprise downzuloaden. Nach einem Kampf mit dem Piratenschiff, setzt die Enterprise mit der Datenbank die Suche nach den Xindi fort.

    Review:
    Anomaly beginnt wie der Name schon ausdrückt mit Anomalien über dem gesamten Schiff. So durften wir letzte Woche schon einen Frachtraum bewundern in dem die Container von einer Wand zu anderen wanderten .Was mich sehr positiv an dieser Folge überraschte war, das sich die ganze Folge gar nicht so sehr um das Weltraumphänomen der Woche handelt - sondern vielmehr um die Kehrtwende im Verhalten des Captains in dieser Episode.

    Das Thema der Folge war wohl Archers Veränderung in einen zu allem entschlossenen Captain und seiner „Mission“. Interessant an dieser Episode war, dass gerade der gefangene Pirat Archer auf genau diesen Umstand aufmerksam macht und eine Parallele zu dem Verhalten, der einst zivilisierten Crew der Ossarianer, zieht.

    „Man wird nicht von einem Tag auf den anderen böse - es ist vielmehr eine Reise dorthin.“; so sagt eine alte Phrase. Archer ist momentan stark dabei genau das zu vollziehen, steckt er den Gefangenen doch gegen Ende in eine Luftschleuse und droht ihm im wahrsten Sinne des Wortes die Luft wegbleiben zu lassen. Gerade da wäre es besser gewesen, Archer auf seinen Wandel hinzuweisen und ihn kritisch zu betrachten. Da wurde meiner Meinung nach etwas ausgelassen.

    In Star Trek hatten wir das schon einige Male das sich die Captains zu sehr auf etwas fokussierten das sie persönlich mitnimmt - Picard bei den Borg; Sisko bei Eddington, der zum Maquis übergelaufen ist (DS9: For the Uniform / Für die Uniform) oder Janeway auf ihrem persönlichen Feldzug gegen Captain Ransom (VOY: Equinox). Der Unterschied zu all diesen Beispielen, ist das wir hier eine Episodenspannende Mission bekommen, in der die Crew die ganze Zeit damit konfrontiert wird; symptomatisch dafür ist eben Archer der von Folge zu Folge ärgerlicher wird.

    Jetzt muss das Produktionsteam stark aufpassen, Archer nicht einfach in einen dunklen Charakter ohne Tiefe zu verwandeln, bei dem der Colt locker sitzt. Ich hoffe dass in den nächsten Episoden Archer auch einmal eine moralische Hinterfragung seiner Handlungen durchführt, das ist etwas das in den letzten Episoden deutlich zu kurz gekommen ist. Auch diese Folge ist da kaum eine Ausnahme - obwohl ich denke dass es eher als Aufbau von Archers Gemütszustand betrachtet werden kann.

    Merkwürdigerweise ist man nun schon so lange in der Expanse und es ist nach wie vor eine gewisse Statik zu bemerken. Andere Crewmitglieder sind mir zu wenig involviert, außer ein paar Sätzen, hat keiner wirklich etwas zu sagen.

    Wie ist denn nun mit den MACO’s? In der letzen Folge hatte Reed Probleme mit dem Kommandanten, der nun gar nicht mehr auffindbar war, auch sonst hat sich Reed sehr schnell daran gewöhnt. Nach wie vor halte ich die MACO’s für unnotwendig, offensichtlich sind sie da um der ganzen Story ein „gefährliches“ Flair zu verleihen - es gelingt ihnen mäßig.

    Ein klein wenig verwirrend, aber auch spannend war der Rest der Story - allen voran die Sphäre. So gut und alienhaft sie im inneren auch aussah - ein wenig mehr Licht in die Sache wäre ganz angebracht gewesen; außer das sie tausend Jahre alt war, schien es niemanden zu kümmern, woher sie kam, wer baute sie und viel wichtiger, welchen Zweck sie erfüllte. [Eine Seitennote: Warum muss jeder Gegenstand der groß und rund ist, sofort mit der Dysonsphäre aus TNG: Relics / Besuch von der alten Enterprise, oder mit dem Todesstern aus Star Wars verglichen werden? Gut, es drängt sich auf, das gebe ich schon zu. ]
    Ein paar kleinere Details:

    • Die Waffen der Piraten erinnerten mich an übermalte Phasergewehre aus dem 24 Jahrhundert - Leute, ein wenig mehr Änderungen wären doch machbar oder?
    • Das Schiff der Piraten war ein guter Einfall - aber ich wurde das Gefühl nicht los das es der Intrepid Klasse nachempfunden war.
    • Stembolzen! Wer mit Reeds Kommentar auf der Sphere nichts anfangen konnte, versäumte einen Insider Witz. Drehte sich doch eine ganze DS9 Episode (Mullibok’s Mond / Progress) damals um die Selbstschließenden Stembolzen, die Nog versuchte zu verkaufen und deren Zweck so bekannt ist, wie das Gesicht des Kochs der Enterprise. Solche kleine Details heben die Stimmung ungemein.
    • Vielleicht gar kein so kleines Detail ist der erste Tote unter den Besatzungsmitgliedern. Interessant dass man sich jetzt entschließt das erste Crewmitglied sterben zu lassen - es ist anzunehmen, dass jetzt die Serie wohl einen dunkleren Charakter bekommen soll.

    SFX und Soundtrack:
    Die CGI Leute leisten wirklich unglaubliches. Es gelingt ihnen wirklich der Episode ordentlich Leben einzuhauchen. Die Anomalien waren hervorragend dargestellt, das Schiff das das Außenteam am Anfang untersucht, war plastisch und auch die Station hatte einen kalten, imposanten Charakter, sowohl außen als auch innen.

    Der Soundtrack hat mich diesmal nicht so geschlagen wie noch in den letzen Folgen - aber es gelingt den Produzenten mehr und mehr, die Musik geschickter einzubauen, sodass selbst die fadesten Szenen (wie beispielsweise die Durchsuchung der Sphäre) noch einen Pep bekommen.

    Wertung:
    Alles in allem wird es wohl so sein, das die Serie tatsächlich einen dunklen Zug bekommt. Meiner Meinung nach ist das zumindest so lange in Ordnung, solange man nicht ganz darauf vergisst, Menschen mit Tiefe und ohne Plattitüden darzustellen. Zwar hatte man in dieser Folge die gute Idee Archer gegen den Piraten zu stellen, aber es fehlt die Entwicklung daraus. Ich hoffe dass man in den nächsten Episoden Archer darüber nachdenken lässt, das er gefährlich nahe daran ist, dem ähnlich zu werden, was er selbst verabscheut.
    5,5 / 10
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