• Die Ausdehnung / The Expanse 2x26 - 4 / 10

    Plot:
    Eine Sonde unbekannter Bauart greift die Erde an und zerstört halb Florida. Durch die Suliban erfährt Archer das die Xindi dafür verantwortlich waren, eine Rasse die sich im Delphic Expanse aufhält. Dieser Ort ist allerdings nicht ungefährlich, da bis jetzt kaum jemand lebend von dort zurückgekehrt ist. Die Enterprise wird losgeschickt um die Xindi ausfindig zu machen. Währenddessen startet Duras mit einem Schiff, um Rache zu nehmen, er verliert aber in einem furiosen Kampf gegen Archer und sein Schiff wird zerstört.

    Review:
    Kaum eine Folge zuvor wurde so angepriesen wie "The Expanse". Die offizielle Star Trek Seite hat ein eigenes Deckblatt entworfen, das eine Woche lang die Homepage zierte. Im Internet gingen massenweise Gerüchte um, und Berman sprach von einer neuen Richtung, die mit The Expanse eingeschlagen werden würde.

    Ich bin immer noch am rätseln, welche Richtung gemeint ist. Aber das Rätseln geht dahingehend weiter, da ich absolut nicht weiß wie ich diese Folge ansehen soll.

    Die Klingonen, die Suliban, der Future-Guy, die neue Rasse der Xindi…..es war eine volle Party. Da fällt es auch schwer einen Ansatz zu finden. Ich fange einmal mit der Grundstory an: Warum wieder eine neue Rasse? Reicht es denn nicht, dass wir schon genug Rassen haben? Warum behandelt man nicht die Romulaner zuerst? Nun, wahrscheinlich deswegen weil wir sie nicht sehen dürfen. Vor dem Zwischenfall zwischen der Enterprise NCC-1701 und dem romulanischen Bird-of-Prey ist ja nicht bekannt wie die Romulaner aussehen [TOS: Spock unter Verdacht / Balance of Terror]. Und damit lässt sich offenbar nicht viel anfangen.

    Die Klingonen waren möglicherweise ein Absch(l)uss der Duras Geschichte und offenbar waren sie auch nur da um einen coolen Fight mit der Enterprise zu liefern. Die Klingonen sollten möglicherweise für die Story als Pausenfüller kommen, da nicht zuviel von der dritten Staffel vorweggenommen werden sollte. Es ist ihnen mäßig gelungen. Für die Kontinuität zuträglich, für die Story war es aber vielleicht eine Rasse zu viel.
    Brannon Braga sprach im Vorfeld davon dass der 11. September und dessen nachfolgende Politik jetzt auch in Star Trek Einzug gefunden hat. Meine Ohren spitzen sich; In welcher Weise wird es Einzug finden? Neben dem Recycling das Enterprise momentan betreibt muss es sich in letzter Zeit auch den Vorwurf des amerikanischen Patriotismus gefallen lassen. Eines vorweg, ich mag die Idee, mit der The Expanse gestartet ist, eine "terroristische" Attacke als Präventivschlag gegen die Erde, weil die Xindi befürchten das die Menschen sie in 400 Jahre auslöschen werden. Kommt das bekannt vor? Richtig wie Braga gesagt hat, eine Allegorie auf den 11. September und die nachfolgende Präventivschlagpolitik. Gute Idee, da kann Star Trek wieder an seine großen Zeiten anschließen und wieder einmal eine Botschaft vermitteln und diesmal sogar mit größerer Tragweite. Bravo. Das große Aber, steht aber noch bevor. Wie wird das verarbeitet werden? The Expanse lässt uns für einen Cliffhanger erwartungsgemäß im Regen stehen. (Anmk: Ich hasse Cliffhanger, sie sind nur dazu da die Spannung und die Erwartungshaltung aufrecht zu erhalten um dann im 2 Teil enttäuscht zu werden) Ich muss wirklich sagen das ich gespannt bin WIE sie es aufarbeiten werden, nachdem was man sich in manchen Episoden geleistet hat, halte ich den Atem an.

    Einige Szenen lassen es vielleicht erahnen.

    • Die Crew allen voran Trip, der ja seine Schwester verloren hat, ist sauer.
    • Es wird getrauert und die Crew bereitet sich grimmig auf ihre Mission vor.
    • Archer sagt das sie alles tun werden was nötig ist,
    • Trip spricht vom Kampf….. Hier war der schmale Grat zwischen dem was manche Trek Fans als Patriotismus und manche als normale Reaktion empfanden, offensichtlich. Vorerst bin ich der Meinung dass es eine normale Reaktion auf so eine Katastrophe war. Erst beim zweiten Teil werden wir (hoffentlich) sehen wie es aufgearbeitet wird. Diese Allegorie könnte nämlich einer der besten der letzten Jahre in der Star Trek Geschichte werden.

    Mir fiel es im ersten Moment gar nicht auf - aber diese Folge ging über Monate und doch wurde vieles behandelt als würde es Tage dauern. Das war ein stilistischer Fehler, damit nichts aufgearbeitet werden sollte oder konnte. Ich tippe allerdings auf ersteres. Wann wird denn Verantwortlich klar dass dieser Background des 22. Jhdt. sich eben nicht leugnen lässt? Die Schiffe sind eben nun einmal langsamer, darum hat diese Folge sich ja auch über Monate hinweggezogen. Eigentlich ein guter Ansatz für Charakterentwicklung. Aber keiner entwickelt sich. Alles ist auf der Erde nach Monaten genauso wie am Tag als die Xindi angegriffen haben, und nichts ändert sich nach 7 Wochen als man dann endlich die Grenze der Expanse erreicht. Das ist unrealistisch.

    Wo wir bereits bei Charakterentwicklung sind: T'Pol war für mich diesmal ein Mysterium. Ihre Beweggründe sind mir nicht ganz klar gewesen. Noch dazu ist das schon wieder ein Recycling: T'Pol widersetzt sich den Befehlen vom Vulkanischen Oberkommando, sie soll nach Vulkan zurückkehren…bla bla bla. Und schon wieder dasselbe.

    Zu Soval bin ich eher….reserviert. Die Vulkanier erscheinen nicht unbedingt als solche und es sind auch schon Fehler gemacht worden (Stichwort: Gedankenverschmelzung). Ich erkenne an, das Vulkanier manchmal selbstgefällig erscheinen, auch Spock tat das. Allerdings ist Soval jetzt langsam nervtötend. Ich muss sagen dass ich ihn eigentlich nicht mehr beachte, weil er so völlig monoton seine Rolle abspult. Es ist eigentlich jedes Mal klar was kommen wird: Er wird sich ärgern und nicht von seinem hohen Ross runterkommen - eine fade Idee. (Ehrlich gesagt hätte ich ihn für das Review fast vergessen, so monoton war er) Abgesehen davon ist er auch nicht besonders logisch, hat er wirklich gesagt das Zeitreisen unmöglich sind, aber die Regeln der Physik im Expanse teilweise aufgehoben sind?

    Das kurze Auftreten der Suliban war in Ordnung, allerdings bin ich langsam verwirrt. Was hat dieser Future Guy jetzt vor? Ich hoffe man kann das noch entwirren und schreibt jetzt nicht Story um Story und am Schluss haben wir ein Knäuel aus völlig unlogischen Geschichten. Ich mag die Idee des Temporalen Kalten Krieges; Action ist ja auch ein berechtigter Bestandteil des Trek Universums, und dieser Storybogen ist sehr vielversprechend.

    Es gibt auch wieder etwas zum Kopfschütteln: Allen voran Photonic Torpedos….das war ja wohl der größte Witz überhaupt. Hoshi und Reed unterhielten sich darüber bereits in Sleeping Dogs und es war unbekannt, und jetzt geben wir einfach das Suffix ‚ic' zum Photon dazu (= Photonic Torpedos), und schon sollen wir glauben dass es was anderes ist. Was für ein erbärmlicher Versuch die Enterprise stärker zu machen.
    Dasselbe gilt für die Marines die an Bord kommen. Starfleet ist immer schon ein militärischer Arm der Föderation gewesen. Kann sich die Crew nicht selber verteidigen, oder hat man vor der Abreise darauf vergessen, Reed einen Sicherheitstrupp zuzuteilen. Was für ein erbärmlicher…..das hatten wir schon.
    Die Effekte waren diesmal nicht 100 % in Ordnung. Der Angriff des Xindi Todesster…..erhm…Sonde, war lächerlich dargestellt. Die Erde sah aus als hätte man eine Textur aus dem Microsoft Flugsimulator genommen und eingefügt. Dagegen war der Kampf im Nebel, besonders gut in Szene gesetzt, auch der Soundtrack war wirklich einer der besten die ich gehört habe.

    Endlich bekommen wir auch andere Starfleetschiffe aus diesem Jahrhundert zusehen; dummerweise kann man kaum etwas erkennen, da sie sich so schnell bewegen; Absicht?

    Der Bird of Prey von Duras, sah zwar "alt" aus, aber ich fand immer das dieses Schiff eher in die Kirk-Erä passte. Ansonsten ist nicht wirklich etwas auszusetzen. (Es sei denn man glaubt den ersten Drehbüchern von Star Trek III; dort war der Bird of Prey ein romulanisches Design)

    Wertung:
    Das wird diesmal nicht leicht. Ich mag die Idee, den 11. September und die nachfolgende Präventivschlagpolitik in Star Trek zu behandeln. Leider ist das viel zu kurz und unrealistisch ausgefallen. Allegorieversuch ist ein Plus; das Wie, wieder ein Minus. Irgendwie ist diese Episode bezeichnend für die gesamte 2 Staffel. Mal viel Licht, mal viel Schatten und so hat sie auch geendet. Unter Umständen würde ich diese Episode ja als Durchschnitt betrachten, da es ein guter Versuch aber eben nur ein Versuch war, der nicht gut gelungen ist. Vor allem deswegen weil eben nichts beleuchtet worden ist, sondern ständig eine Crew zeigt, die sich über Monate darüber ärgert und sonst nichts dazu anzumerken hat. Dazu kommen noch Kleinigkeiten wie Soval oder Photonic Torpedos.

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