• Cogenitor / Cogenitor (2x22) - 8,9 / 10

    Plot:
    Die Enterprise trifft in der Umlaufbahn eines Sternes der zur Supernova wird, auf die Vissianer; die ebenfalls den Stern untersuchen. Es stellt sich heraus dass sie friedliebende Wissenschaftler sind. Die beiden Crews verstehen sich untereinander sehr gut, bis auf Trip der feststellt dass die Vissianer ein drittes Geschlecht haben und dass "es" offenbar nicht gleichwertig ist. Er versucht ihr das Leben schmackhaft zu machen, währenddessen erkennt es dass es nicht mehr länger unter ihresgleichen leben möchte, und bittet um Asyl. Archer stimmt dem aber nicht zu, und einige Zeit später begeht der Cogenitor Selbstmord.

    Review:
    Es ist eine gute Folge zum Beginn meiner Kritikserie. Um es klar zu sagen; es war einer der besten Folgen überhaupt. Aber der Reihe nach:

    Am angenehmsten war wohl die Tatsache, dass man glücklicherweise auf eine Rasse trifft, die einen nicht atomisieren will. Trip bemerkt es auch während der Folge, und ich frage mich ob das nicht ein kleiner Insider war….

    Archer findet wieder einmal zum Wissenschaftler in sich zurück, ganz angenehm nachdem er in "The Crossing" die nebulösen Wesen vernichten wollte; ohne auch nur eine friedliche Lösung in Betracht zu ziehen. Hier wird er zu dem Charakter dem er schon eine Weile hinterherläuft. Was für eine Abwechslung.

    Der Hauptstrang von Trip und dem "Cogenitor" hatte mich an Riker's Zwischenfall mit den androgynen J'naii erinnert. Man kann sogar von einer Kopie sprechen, obwohl sie auf jeden Fall nicht so schlimm ist, wie u.a Acquisition, Judgement, oder die nächste Folge Regeneration; im Gegenteil, hier war das Abkupfern sogar eine gute Idee.

    Trips Entscheidung hier zu helfen, ist in mehrfacher Hinsicht ein interessanter Aspekt: Menschen, damals wie heute, versuchen gerne alles auf ihren Standard zu bringen, weil wir uns gerne für superior halten. Insofern muss ich dem vissianischen Ingenieur Recht geben, als er bemerkte dass wir keine Ahnung von ihrer Kultur haben.

    Selbst wenn wir annehmen das die Vissianer einen Grund haben die Cogenitoren dumm zu halten von dem wir nichts wissen, wie beispielsweise die Vergriffenheit (kein Wunder bei 3% der Bevölkerung), wie es auch angedeutet wird. Möglicherweise will man nichts riskieren, denn ein ungebildeter Geist rebelliert nicht gegen seine Rolle, und es wird noch schlimmer, da es ja um die Reproduktion geht, ein essentieller Bestandteil und sicherlich auch Recht einer jeden Kultur - allerdings hat Trip das Recht einzugreifen, weil er alles falsch sieht?
    Archer und Picard (aus der Folge oben) machen interessanterweise ein und dasselbe; sie entschließen sich; nicht in die Kultur einzugreifen und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Irgendwo sieht man da eine Doppelmoral; hat Archer doch den Flüchtlingen in "Judgement" sehr wohl geholfen, nicht nur weil sie seine Hilfe brauchten, sondern weil Archer wusste, das die Klingonen diese Leute unterdrückten. Zugegeben, Archer kam damals nicht dazu zu verhandeln, aber er hätte die Flüchtlinge nie rausgerückt, und das macht er auch klar - hier ist er mit einer Entscheidung schnell bei der Hand. Relation?

    Es ist gar nicht so einfach den menschlichen Standard nicht zu übertragen; Archer hat dies nicht beachtet und für mich in der Schlussszene überreagiert. Archer war verblendet, wohl auch deswegen, weil er sich mit dem Captain des anderen Raumschiffes so gut verstand. Er hätte sich zumindest in die Lage Trips hineinversetzen können. Zwar argumentierte er damit dass sie jetzt tot wäre, die Beziehungen zu den Vissianern gestört seien und das Paar jetzt für eine weitere Weile kinderlos bleiben werde, während Trip 'nur' das Wohlwollen des Cogenitors im Sinn hatte. Im Endeffekt haben beide wohl 'Recht'; sowohl Archer, der für eine Nichteinmischung gewesen wäre, was aber den Cogenitor weiter dumm gelassen hätte, noch Trip der genau das Gegenteil vertritt aber im Endeffekt den Tod eben dessen mitzuverschulden hat.

    Ein Urteil darüber zu fällen ist meiner Meinung nach gar nicht möglich. Wenn man versucht einen Schuldigen zu finden; so wird man in dieser Folge nicht fündig: Star Trek Fans erinnern sich an den Begriff Kobayashi Maru oder für Non-Trekker: ein No Win Szenario.

    Die Nebenplots waren kurzweilig, bei Archer durften sich die SFX Techniker austoben, und Reed hatte eine nette Alienbegegnung der dritten Art, ähnlich O'Brien in DS9: Destiny / Trekors Prophezeiung (selbst der Witz mit dem Kopfstoss war derselbe). Es zeigt uns einmal mehr, das andere Kulturen, die Dinge anders "anfassen", ein auch nicht unwichtiger Aspekt

    Wertung:
    Die Effekte waren wieder einmal sehr gut; beim vissianischen Schiff musste ich schmunzelnderweise an die Protoss Kreuzer aus dem PC Spiel Starcraft denken. Die Sonne die zur Supernova wurde war schön dargestellt, und ich fand es toll, dass das Licht der Sonne ständig in das Schiff einfiel, wie es bereits bei "Generations" der Fall war.

    8,9 / 10
  • Kalender

    November   2017
    So Mo Di Mi Do Fr Sa
    1 2 3 4
    5 6 7 8 9 10 11
    12 13 14 15 16 17 18
    19 20 21 22 23 24 25
    26 27 28 29 30