• Was ist Star Trek?

    Ich bin immer wieder verblüfft über die Tatsache, wie manch Fan Star Trek sieht, und wie weit die Kluft manchmal aufreißt: Der eine findet die Raumschlachten "cooler", der nächste die Stories, und manche eben die Frauen (wie u.a. auch Roddenberry selbst, aber das ist eine andere Geschichte).

    Ich sehe in letzter Zeit immer mehr Kontroversen proportional zum Steigen der Folgenanzahl, das war bei DS9 so, ist bei Voyager gestiegen (wo es überhaupt sehr modern war, auf die Serie und den Franchise einzuschlagen) und hat bei Enterprise einen traurigen Höhepunkt erreicht.


    Dabei ist Star Trek sehr facettenreich, und es mixt seit Jahren Komödie, Action, und Dramatik zusammen, plus einen speziellen Bonus: Star Trek hebt sich allerdings von anderen Sci-Fi ab; anstatt einer dunkleren Zukunft, ist alles ausgemerzt. Die Erde und die Föderation sind ein Paradies ohne Nebenwirkungen.

    Das ist die Welt von TOS und TNG: Die Föderation steht dort als strahlendes Symbol, für unser aller Wunsch friedlich zu koexistieren. (Das ist natürlich irreal, leider sieht es nicht so aus als wäre es bis zum 24 Jhdt. zu schaffen.)

    DS9 und VOY hingegen wird aufgrund seiner "Realität" bzw. aufgrund seiner Charakteridentifizierung gelobt. Die Charaktere wirken dunkler und dadurch für uns lebensechter.

    Zuerst schätzt man TOS und TNG weil es eine strahlende Zukunft zeigt und damit etwas das weiter von uns entfernt ist, und im Gegenzug mögen Fans DS9 und Voyager gerade deswegen weil die Serien uns ähnlicher sind. Beides hat aber seine Vorzüge, jedoch ist offenbar mit der Angleichung an unsere Welt, ein wenig zu viel übernommen worden. wie Bernd Schneider (der Webmaster der bekannten ST Seite: www.ex-astris-scientia.org) es erst kürzlich so treffend gesagt hat: Wir verändern nicht die Welt in Richtung Star Trek, sondern wir verändern Star Trek in Richtung der heutigen Welt!

    Dazu gehört der Kommerz und die Ausschlachtung von Star Trek: PC Spiele wie u.a. Elite Force und dessen bald erscheinender Nachfolger: Kurz zusammengefasst geht es um ein Notfallteam, das ähnlich einem Anti-Terror Kommando ähnelt. Um es ehrlich zu sagen, mir leuchtet diese Idee sogar ein, ein ausgebildetes Team in Notfallsituationen zu schicken, und nicht immer die Führungscrew!

    Allerdings ist die Umsetzung dieser Thematik, der heutigen Zeit zu stark angepasst worden, die Gegner zerplatzen nach einem gezielten Schuss mit einem SF-Äquivalent einer Pumpgun, und hinterlassen einen Fleischhaufen. Das Spiel mag zwar unterhaltsam für Computerspieler sein, aber es geht an Star Trek vorbei. Gleiches gilt trotz guter Kritik auch für ST Episoden in den letzten Jahren, wo man auf Effekthascherei a la Seven und T'pol setzt. Und das ist für mich nicht Star Trek; Angleichungen ja, aber bitte ihm Rahmen.

    Zugegeben, auch TOS machte trotz seiner weiterentwickelten Philosophie Zugeständnisse an die Zeit in der sie lebten, dazu zählt auch der Space-Casanova Kirk, und auch der Umgang mit den Frauen, von deren Uniformen ganz zu schweigen. Ich kann mich noch erinnern dass im wirklichen Pilot von TOS; The Cage; Der Käfig, Christopher Pike sich über Frauen auf der Brücke beschwert! Aber es gab auch etwas was vorher (und auch kaum nachher) eine Serie geschafft hat; Geschichten die eine Philosophie predigen, die zeigen kann zu was der Mensch fähig ist, wenn er zusammenarbeitet.

    Selbst in den letzten Jahren hat man noch nicht alles geopfert und immer die Waage gehalten zwischen dem (sicher auch notwendigen) Kommerz (man ist ja natürlich daran interessiert Geld zu machen), und guten Geschichten mit Bedeutung: DS9: Sisko's Entscheidungen im Krieg die nicht immer lupenrein waren / Nog's Verlust des Beines / der blinde Fanatismus der Jem'Hadar, all das was uns zeigen soll: Leute; Krieg ist keine Lösung und wie man am Schluss auch sieht, sehr glücklich sind die Sieger nicht.

    Ähnlich Voyager: Sternenflotteregelungen vs. Überleben, wo man doch so weit weg ist? / Auch Seven (trotz der Kritik) hatte gute Geschichten über das Dasein als Borg und den Folgen nach der Reintegrierung in Menschsein / oder der Holodoc in diversen Situationen wie u.a. was mache ich mit medizinischen Daten die fragwürdig erreicht worden sind?

    Auch mit Enterprise geht es weiter, allerdings nimmt der Kommerz und schlechte Stories mir die Freude, obwohl es auch hier sehr gute Folgen gibt und es immer noch ein guter Sci-fi ist. Kurzum: Allegorien, also ein Bezug zur heutigen Thematik (vor allem Weltpolitik und Weltgeschehnisse), ist ein Grundsatz von Star Trek und wahrscheinlich ein Grund warum es heute dort ist wo es ist. Auch die anderen ST-Serien haben es trotz Kommerzzunahme geschafft, wenigstens das zu retten und es erfolgreich zu halten.

    Meine Meinung ist; Star Trek schafft es wie keine zweite SF Serie Action, Witz, gute Effekte, und eben Allegorien zu verbinden. Wenn einem die Raumschlachten gefallen; bitteschön, aber liebe Produzenten (und auch Fans), vergesst nicht das was Star Trek grossgemacht hat, sind immer noch die Geschichten.

    Angeleichungen an unsere Zeit wie sie in DS9, VOY und Enterprise vorkommen, sind von meiner Seite erwünscht; aber den Kommerz kann man außen vor lassen. Auch die wie oben angesprochen PC Spiele können den Star Trek Geist weitertragen und das ist auch bereits passiert, wie u.a. "Judgement Rites" oder "A final unity".

    Ich mag gute Effekte, Action und schöne Frauen wie jeder andere auch!..aber sie sollen nicht Star Trek tragen.
    Um mich einmal zu zitieren: Star Trek ist auf jeden Fall so viel mehr als nur Phasergefechte und Warpkernbrüche!

    Euer Legion(CD)
    Lebet lang und in Frieden.
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